Oppositionsgruppen inszenierten "weichen" Putsch

Zonafrank, Resumen Latinoamericano, 20. April 2018

Es kam nicht überraschend, was da passierte. Auch nicht die Aufrufe, die in den sozialen Netzen zur Einnahme Managuas, eines Platzes, eines Rondells oder einer Universität erschienen waren. Das Handbuch des "weichen" oder "milden" Putsches kam in Nicaragua zur Anwendung in der Erwartung, dass der Antisandinismus reagiert und mit Gewaltaktionen einen "unblutigen" Staatsstreich möglich macht; nach Meinung des Marketings des Imperialismus. In Übereinstimmung mit dem Handbuch des ultrarechten nordamerikanischen Politologen Gene Sharp wird angestrebt, mit einer Serie von Aktionen des zivilen Ungehorsams zu beginnen.

Sharp präzisiert, dass "die Leiter machtlos sind, wenn das Subjekt den Regierungen nicht gehorcht. Das sind die Waffen, die in der Gegenwart angewendet werden können, um Regierungen zu stürzen, ohne zu den konventionellen Waffen zu greifen". Diese Partie spielen Sharp und die Anwender, die seine "neuartigen" Ideen wie einen Köder für die Naiven auswerfen. So viel ist sicher, kein "milder" Staatsstreich war unblutig gewesen. Und wir kennen die Ergebnisse der grausamen Massaker des famosen "arabischen Frühlings" oder der "farbigen Revolutionen" in Osteuropa.

In Venezuela schlug der Versuch fehl. Deshalb richtet das Imperium heute seine Kanonenboote auf das Volk Bolivars. Trotzdem verschmäht Sharp diese Methoden, weil für ihn der "Nahkampf" seine Wirkungslosigkeit in Afghanistan und im Irak demonstrierte und wie es heute in Syrien und im Jemen passiert. Außerdem sind diese Methoden wegen der immensen Ausgaben für Bewaffnung und Mobilisierung sehr kostspielig. Die schuldlosen Toten werden nicht beachtet. Schon deshalb sind die zivilen Opfer für die Yankee-Politiker "Kollateralschäden" ohne Bedeutung.

Für Sharp und seine Gefolgsleute beginnen der "weiche" Putsch und die "farbige Revolution" oder wie sie sonst noch genannt werden, mit der Schwächung der Regierung bis sie zum Zusammenbruch der Institutionen führt. Es ist ein großartiges Abkommen, in das die fortschrittlichen Regierungen mit fünf erstrangigen Schritten eintreten sollen:

Der erste ist, gewaltlose Aktionen anzutreiben, mit dem Ziel, ein Klima des Unbehagens in der Gesellschaft zu schaffen und zu befördern. Hier überwiegen tägliche Korruptionsvorwürfe, Förderung von Intrigen und/oder die Verbreitung falscher Gerüchte, die sofort über die sozialen Netze und die ihnen nahestehenden Medien in "gesicherte" verwandelt werden. In unserem Falle sind das La Prensa, Radio Corporación, Confidencial und weitere Programme von Carlos Fernando Chamorro Barrios.

Und weil wir gerade über die rechten Medien sprechen; der zweite Schritt besteht darin, intensive Kampagnen zur "Verteidigung der Pressefreiheit und der Menschenrechte" zu entwickeln, die von Anschuldigungen des Totalitarismus gegen die amtierende Regierung begleitet werden.

Der dritte Schritt ist im aktiven Kampf für die politische und soziale Rückbesinnung (Fall INSS) und in der Manipulation des Kollektivs zu sehen, um dann Demonstrationen und Gewaltproteste, die die Institutionen angreifen, zu organisieren.

Beim vierten Schritt führen die Oppositionellen und ihre Medien Operationen des psychologischen Krieges und der Destabilisierung der Regierung durch und versuchen damit, ein Klima der "Unregierbarkeit" zu schaffen.

Ist alles Vorhergegangene erfüllt, kommt der fünfte Schritt mit dem Ziel, den Rücktritt des amtierenden Präsidenten mittels Straßenrevolten zu erzwingen, um dann die Institutionen zu kontrollieren, während der Druck der Straße aufrecht erhalten wird. Parallel dazu wird das Terrain für eine militärische Intervention vorbereitet, während ein langwieriger Bürgerkrieg entwickelt und die internationale Isolierung des Landes angestrebt werden.

Wie es scheint, ist es in Nicaragua der MRS, ihren Nichtregierungsorganisationen und Sprachrohren gelungen, das Handbuch von Gene Sharp anzuwenden. Sie gehen dazu über, ein gewaltiges Desaster auf Grund einer schnellen Reaktion der Bevölkerung, besonders der Jugend, anzurichten.

In den sozialen Netzen, La Prensa und Confidencial wurde der verächtliche Blick auf die Jungs ("Turbas") gerichtet, die verhindert haben, dass die Anführer der MRS sich einen "Kopf am Strand" machten, um von dort aus den Nachschub an finsteren Mächten der nordamerikanischen Regierung zu erbitten. Die oppositionellen Protestierenden zu opfern, das ist eine Spezialität der Medien der Rechten in den milden Staatstreichen…

Wir bedauern aufrichtig das, was passierte. In Nicaragua darf kein weiteres Blut auf Grund politischer Motivationen fließen, Die MRS und ihre oppositionellen Nichtregierungsorganisationen, La Prensa, Confidencial und weitere müssen ihre ungebremsten Bestrebungen, die Macht des Sandinismus zu begraben, zügeln. Die Zivillinie ist der Weg, Aber vorher müssen sie lernen, den Willen des Volkes zu akzeptieren.

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