Das Recht, Nation zu sein

Am 4. Mai 1927 war ein Wendepunkt in der Geschichte Nicaraguas und des Kontinents. Sandino prägte das Vorher und Danach

Edwin Sanchez auf Voz del Sandinismo

I.

Wenn die Würde eine Biografie aus Haut und Knochen auswählte, um dort zu verweilen, dann wäre Augusto César Sandino ihr Auserwählter. Was tat der General der freien Männer und Frauen, was drei Präsidenten der mächtigsten Nation der Welt nicht vorweisen konnten? Sein Vermächtnis, seine Kühnheit, seine hervorragenden Schriften und seine Siege bleiben in dauernder Erinnerung.

Drei Staatschefs der größten Macht in der Menschheitsgeschichte Calvin Coolidge (1923-1929), Herbert Hoover (1929-1933) und Franklin D. Roosevelt (1933-1945) schafften es nicht, den Die Vereinigten Staaten und den Kongress zu überzeugen, dass Sandino ein "Bandit" war, ein Typ, der die Berge Nicaraguas verödete und die Menschen nicht achtete. Heute würden sie sagen, die Menschenrechte nicht achtete.

Es sind die gleichen Anschuldigungen gegen die Frente Sandinista. La Prensa als Dienerin der Wahrheit konnte mit dem schmutzigen Papier, der giftigen Tinte, der Machtmaschine und dem Geld nicht das ominöse Interesse daran wecken, das Ansehen des Helden der Segovias zu zerstören. Als sie es nicht schafften, dass diese Infamie, Sandino sei ein "Wegelagerer" gewesen, ihren schändlichen Bodensatz im Volk hinterließ, machten sie aus ihm einen Kommunisten, der ein Agent Moskaus und eine Gefahr für das Privateigentum und die Geschäfte war.

Noch mehr, der General und die Sandinisten wollen keine fremden Modelle und Wirtschaftssysteme nachahmen, die theoretisch schön leuchten in Wirklichkeit aber eine Katastrophe sind. Sandino deklarierte und bewies seine Vision vom Sozialismus, nicht vom Kommunismus.

Der Mann aus Niquinohomo brütete in seinem Geist nicht aus, das Naturrecht zu annullieren, das seit der Geburtsstunde der Welt besteht: Das Privateigentum. Weniger, um die Investoren, das ausländische Kapital zu verstoßen, sondern besser, um die Nordamerikaner einzuladen. Die wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit verlangte nach der Regulierung des Staates.

Sandino legte José Román dar: "Meinerseits empfehle ich, für jene Arbeiter einzutreten und ihnen das System der Kooperative anderer Länder zu erklären, die trauriger weise ausgebeutet werden. Wir müssen verlangen, dass uns eine Regierung verwaltet, die sich um das Volk sorgt, damit es nicht bis aufs Blut durch die Kapitalisten und die großen ausländischen Unternehmen ausgebeutet wird. Denn das Volk ist die Nation. Und wenn wir wählen müssten, wie in allen zivilisierten Ländern der Welt, dass alle Betriebe, die in Nicaragua tätig sind, ihre Arbeiter anteilmäßig medizinisch, bildungsmäßig, gesetzlich und organisatorisch sowie die Arbeitergewerkschaften betreuen müssen. So etwas haben wir aber nicht. Ich erklärte ihm, dass ich kein Kommunist bin, sondern ein Sozialist. Jeder Mensch hat das Recht, Nutzen von seiner Arbeit zu haben, aber niemals von einer fremden Ignoranz ausgebeutet zu werden."

Wie können ein Kind, das auf einer Hazienda Kaffee pflückt, ein junger Kaffee- und Bohnenhändler in Niquinohomo, Catarina, Nandasmo, Masatepe und Jinotepe, ein Arbeiter, ein Lagerwächter der Honduras Sugar and Distilling Co., ein Abteilungsleiter des Benzinhandels bei Huasteca Petroleum, ein Handwerker, ein Leiter der Reinigungstruppe im Dorf Montecristo in Honduras, ein Schlosser in Grenznähe zu Costa Rica klar erkennen, was Nicaragua braucht? Warum schaffen es die Doktoren, Akademiker, Marxisten, Philosophen und Gesellschaftswissenschaftler nicht, ihnen das mit der Meisterschaft des Generals zu erklären?

In Übereinstimmung mit den Gedankengängen Sandinos, zählen heute die Kooperative, Betriebe und Investoren mit der Freiheit, sich in einem Land mit dem Modell der Bündnisse, des Dialogs und des Konsens' entwickeln zu können. Sandino legte die Koordinaten: Zweifellos kann das Kapital sein Werk vollbringen und sich entwickeln. Aber der Arbeiter darf nicht erniedrigt und ausgebeutet werden.

II.

Am 4. Mai 1927 fand eine grundlegende Wende in der Geschichte Nicaraguas und des Kontinents statt. Sandino prägte das Vorher und Nachher, die Würde und die Tradition. Vorher, 1927, und nachher, 2017, gab und gibt es Ehrenhafte und Verräter. Als "nicaraguanische Renegaten" beschrieb der General diejenigen, die in der Metropole danach flehen, dass Nicaragua wieder eine Bananenrepublik wird.

"...Ich beschloss, zu kämpfen, denn ich erkannte, dass ich dazu berufen bin, wegen des Verrats am Vaterland und an den nicaraguanischen Idealen zu protestieren. Die Kugeln sind das einzige, was die Souveränität Nicaraguas verteidigen kann. Denn es gibt keinen Grund dafür, dass sich die Vereinigten Staaten in unsere Familienangelegenheiten einmischen... Der 4. Mai ist in der Tat der nationale Feiertag, aber nicht deshalb, weil an diesem Tag Moncada mit Henry Stimson verhandelte, der von Coolidge (republikanischer Präsident der USA von 1923 bis 1929), der zur liberalen Armee gesandt worden war, die gerade die Schlacht in Tipitapa gewonnen hatte. Er ist deshalb nationaler Feiertag, weil an diesem Tag Nicaragua vor der Welt demonstrierte, dass es sich seine nationale Ehre nicht nehmen lässt und dass es noch Landeskinder hat, die mit ihrem Blut den Schandfleck der anderen abwaschen werden."

III.

Wie vor 90 Jahren streben die Sandinisten nicht danach, Feinde der USA zu sein. Sandino ließ Washington nie bombardieren, um Hoover zu zwingen, eine heuchlerische Regierung mit seiner diensthabenden Marionette einzusetzen. Er setzte auch nicht General Horacio Portocarrero als Präsident des Amerikanischen Wahlkollegiums ein, um die Wahlen zu überwachen. Er finanzierte keine Zeitung, um eine nicht haltbare Invasion in Texas oder Arizona zu rechtfertigen. Er richtete seine nicht vorhandenen Kanonen nicht auf San Francisco oder New York. E war umgekehrt.

Weder die erbarmungslose Artillerie der US-Army noch die Bombenangriffe, die der General und seine Kämpfer ertragen mussten, konnten ihn schlagen.

Was geschah um Sandino herum in den schlimmen Kapiteln des Krieges, der ihn zwang, an der Spitze seiner Jungs zu leben und den er letztendlich wunderbarerweise unverletzt überstand? Welche große himmlische Kraft schützte ihn? War es deshalb, weil seine Stunde noch nicht gekommen war?

Sandino erzählte Román von einem der Kämpfe auf seinem Kreuzzug: "Ein solcher Gipfel ist der El Chipote, damals noch unerwähnte Bergkuppe der Anden. Aber bevor wir uns für den El Chipote entschieden haben, mussten wir noch einige Schlachten schlagen: Die am 25. Juli bei San Fernando war ein unerwartetes Zusammentreffen mit einer starken Truppe Marines, die zahlenmäßig größer war als unsere. Es begann eine Horrorschlacht, in der es um Leben und Tod ging. Sie hatten gegen uns Maschinengewehre in Stellung gebracht und ichfragte mich, wie wir hier mit dem Leben davon kommen wollten. Fast meine ganze Armee flüchtete."

Stand etwa geschrieben, dass Sandino auf den Schlachtfeldern dem Tode entronnen wäre und seine Erdentage als Opfer der schändlichsten Aktion der Verräter beendete? War dieses Opfer nicht dafür, damit das Volk verstehen sollte, dass Nicaragua dazu berufen ist, eine souveräne Nation zu sein und nicht der Abklatsch des Landes, das die Renegaten verwalten?

"Ich will nur das freie Vaterland oder sterben!" Dies war der einzige Grund seines Kampfes in Nicaragua gegen die Eindringlinge. Niemals war es das Motiv des Hasses auf die Amerikanische Union, weder aus politischen noch geoökonomischen Gründen. Und so ist das Vermächtnis, das die FSLN verkörpert.

Die Würde von 1927 ist das elementare Recht, 2017 eine Nation zu sein. Ist es so schwierig, das zu verstehen?

mem/es