Wandgemälde "Nicaraguanisches Dorf - Monimbó 1978"

Dieses einmalige Wandgemälde entstand im Sommer 1985 nahe der Lichtenberger Brücke im Auftrag des Berliner Magistrats durch den nicaraguanischen Meister Manuel Garcia Moia. Ihm zur Seite standen die Berliner Maler Martin Hoffmann und Trakia Wendisch. Es war damals das europweit größte Kunstwerk dieser Art.

Das Wandgemälde erzählt die Geschichte der indianischen Gemeinschaft von Monimbó in der nicaraguanischen Stadt Masaya, einem bekannten Zentrum des Kunsthandwerks und des Handels.

Am 20. Februar 1978 hatten sich dort die 20 000 Einwohner gegen die Somoza-Diktatur erhoben. Sie betrieben in ihren Gärten Miniackerbau, hielten ein paar Hühner und Schweine. Sie waren arm und zu 65 Prozent Analphabeten. In der Comunidad gab es kein Tronkwasser, keine Kanalisation und keine Elektrizität. Obwohl nur im Besitz einiger weniger primitiver Waffen, wie Macheten, Feuerwerkskörpern und Pistolen, wagten die Indios den Aufstand. Sie verbarrikadieren die Ortschaft. Eine Woche lang konnten sie sich der Angriffe der Nationalgarde erwehren, dann wurde der Aufstand niedergebombt.

Für die anschließenden Straßenkämpfe in Monimbó setzte Somoza nur ausländische Söldner ein. Sie wurden zumeist über Annoncen in US-amerikanischen Zeitungen angeworben. 50 von ihnen fielen in Monibó. Die Monimbóaner beklagten 343 Tote, vor allem Frauen und Kinder.

Der Aufstand von Monimbó gehörte zu den historischen Aktionen jener Zeit, die das Ende der Somoza-Diktatur einleiteten. Bald darauf kam es im ganzen Land zu Erhebungen. Streiks begannen, die letztendlich in den Generalstreik übergingen. Auch im Bürgertum regte sich die Opposition. Hatte es bisher die Zusammenarbeit mit der FSLN ausgeschlossen, waren jetzt Teile des Bürgertums bereit, gemeinsam die Volksfront zu bilden.

2003 war das Wandgemälde von der Zerstörung bedroht. Der Hauseigner hatte vor, die Fassade wärmezudämmen. Eine Bürgerinitiative unter Leitung von Christel Schemel setzte jedoch mit der Untzerstützung vieler Bürger, privater Förderer und Sponsoren den Erhalt des Kunstschatzes durch.

Im September 2004 erfassten Experten das Original. Nach der Sanierung des Giebels trugen der Berliner Künstler Gerd Wulff und sein Hamburger Kollege Max Michael Holst das Wandbild fast originalgetreu auf den neuen Untergrund auf. Das ursprüngliche Bild ist unter dem sanierten Giebel erhalten geblieben und die künstlerische Reproduktion erstrahlt seit dem 30. September 2005 wieder in voller Farbenpracht am gleichen Ort.

Manuel Garcia Moia, der bei der Neueinweihung zugegen war, autorisierte die prächtige Reproduktion.

Anlässlich seines 70. Geburtstages erhielt 2006 das Areal zwischen Lichtenberger Brücke und Wandgiebel offiziell den Namen "Monimbó-Platz" verliehen.

Seit dem 15. November 2006 wird das Ensemble mit Hilfe von vier Bodenscheinwerfern in den Abend- und Nachtstunden beleuchtet.

Am 12.Mai 2008 traf sich der Außenminister der Republik Nicaragua, Samuel Santos López, zu einem Meeting auf dem Monimbó-Platz vor dem Giebelwandgemälde "Nicaraguanisches Dorf - Monimbó 1978" in Berlin-Lichtenberg mit Mitgliedern und Freunden der Initiative für den Erhalt des Giebelgemäldes.


Nach Texten von Christel Schemel

Fotos: Gabriele Senft

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