Hoffnung auf Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden

Von Wolfgang Herrmann

Am 12.Mai 2008 traf sich der Außenminister der Republik Nicaragua, Samuel Santos López, zu einem Meeting auf dem Monimbó-Platz vor dem Giebelwandgemälde "Nicaraguanisches Dorf - Monimbó 1978" in Berlin-Lichtenberg mit Mitgliedern und Freunden der Initiative für den Erhalt des Giebelwandbildes.

Foto: Gabriele Senft

Am Treffen nahmen das Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, Dr. Gesine Lötzsch, Vertreter des Diplomatischen Korps Lateinamerikas und der Karibik in Deutschland, die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Lichtenberg, Christina Emmerich, sowie Vertreter verschiedener Organisationen und Vereine teil. In ihrer Begrüßungsansprache informierte die Koordinatorin der Bürgerinitiative, Christel Schemel, über die außergewöhnliche Geschichte des Giebelwandgemäldes.

In seiner Rede sagte der Gast aus Nicaragua, dass er sich außerordentlich geehrt fühle, "seine Füße auf einen der schönen nicaraguanischen Indigenengemeinde Monimbó geweihten Platz zu setzen, einer Gemeinde, deren heroische Tat den Beginn des Aufstandes markierte, der 1979 eines der antidemokratischsten und blutigsten Regimes, wie es die Militärdiktatur Somozas war, davonjagte."

Santos bezeichnete das monumentale Wandbild als lebendiges Zeugnis dafür, dass zwei Völker der verschiedenen Kontinente, Rassen und Kulturen vereint im gemeinsamen Interesse fähig sind, Beziehungen der Freundschaft und Zusammenarbeit auf der Basis der Anerkennung, der Würde und des gegenseitigen Respekts zu entwickeln.

"Dieser gleiche Geist sollte uns beflügeln, mit der Klarheit des Verstandes und der Energie der Aktion in der Gemeinschaft der Nationen zusammenzuarbeiten, um die allumfassenden Hoffnungen nach Gerechtigkeit, Freiheit und nachhaltiger menschlicher Entwicklung zu verwirklichen, um die Umwelt für die kommenden Generationen zu erhalten und um das Recht auf Ernährung, Gesundheit und Bildung und vor allem auf den Frieden zu sichern," sagte er.

Der nicaraguanische Außenminister informierte darüber, dass sein Land einen wertvollen Beitrag für den Fortschritt aller Völker der Welt leisten möchte. Deshalb schlug Nicaragua die Kandidatur von Pater Miguel d'Escoto Brockman, Außenminister der Republik Nicaragua in der revolutionären Amtszeit der 1980er Jahre, für den Vorsitz der UN-Vollversammlung in der nächsten Sitzungsperiode vor. Samuel Santos dankte im Namen der Regierung und des Volkes von Nicaragua für die Unterstützung dieses Vorschlages von deutscher Seite.

Santos sprach darüber, dass sein Land daran mitarbeite, ein Beteiligungsabkommen der Europäischen Union mit Mittelamerika zu erlangen. Dieses Abkommen soll zum Ziel haben, dauerhafte und produktive Brücken zwischen Mittelamerika und Europa zu schlagen. Mittelamerika hoffe, ein ausgewogenes Abkommen auszuhandeln, ohne Vorbedingungen, mit dem Geist der Kooperation, das beiträgt, die nationalen und internationalen Anstrengungen zu verwirklichen, um die Millenniumsziele der Vereinten Nationen zu erfüllen.

"Die Völker Mittelamerikas warten auf den Tag, an dem die Ungleichheit zwischen den Regionen und Ländern der Vergangenheit angehören und wo der gerechte Handel unabdingbar wird, um in eine ausgewogenere und menschlichere Welt einzutreten", erklärte er.

Samuel Santos hob die Bedeutung des Lichtenberger Kunstwerkes als schönes Zeugnis der nicaraguanischen naivenMalerei hervor. Es sei eine gemalte Novelle oder ein geschriebenes Gemälde, das die historische Tat verdeutliche, die das nicaraguanische Volk vollbringen musste, um seine Freiheit zu erlangen und um die Grundlage für den Aufbau der Demokratie im wahrsten Sinne des Wortes zu schaffen. Er sagte, dass die Regierung der Versöhnung und Nationalen Einheit, die vom Präsident, Comandante Daniel Ortega Saavedra gemeinsam mit dem Volk angeführt wird, ihre Tatkraft darauf richte, in effektiver Art und Weise die enormen und gravierenden Probleme zu überwinden, die eine lange politische Amtszeit, die wenig zur nationalen Entwicklung beitrug, hinterlassen hat. Der Eckpfeiler dieser Tatkraft sei die ausgedehnte und größtmögliche Teilnahme der Bürger an der Beschlussfassung und Durchführung der neuen Entwicklungspolitik.

Der Außenminister zeigte sich überzeugt davon, dass es gelingen werde, in Nicaragua eine neue gesellschaftliche Solidarität aufzubauen, die es dem Land gestatte, eine geschlossenen Aktion gegen die Armut und für den Ausbau des Netzes der öffentlichen Dienste in Gesundheit, Bildung, Trinkwasserversorgung und Kanalisation durchzuführen. Nicaragua wolle seine Ressourcen für die Lebensmittelproduktion für den eigenen Verbrauch und für den Export ausschöpfen, auf der Basis eines gerechten Handels und gerechter Preise. Gerade in der heutigen Zeit bedrohe eine gravierende Lebensmittelkrise die demokratische Stabilität vieler Länder in den verschiedenen Regionen der Welt.
Er informierte darüber, dass vor einigen Tagen in Managua ein Regierungsgipfel Mittelamerikas, der Karibik, Venezuelas, Ecuadors, Boliviens und Mexikos stattfand, der sich mit der Souveränität und Lebensmittelsicherheit der teilnehmenden Länder beschäftigte.

"Die Krise, die vom Anstieg der Lebensmittelpreise hervorgerufen wurde und die von weiteren Faktoren begleitet wird, fordert eine konzertierte Aktion, eine gemeinsame Suche nach Lösungen, um unsere Bevölkerungen vor der Plage des Hungers und der Hoffnungslosigkeit zu schützen," erklärte der nicaraguanische Politiker.

Abschließend dankte der Gast den Initiatoren des Monimbó-Memorials. "Die von Ihnen ausgegangene Energie hat bewirkt, dass Monimbó und Nicaragua in Berlin-Lichtenberg, in Deutschland, lebendig und anwesend sind:"

Mit einem kleinen, stimmungsvollen Kulturprogramm nicaraguanischer Folklore klang eine sehr emotionale und optimistische Veranstaltung aus.

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